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Juli 2008 |
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Juli 2008: 139,2
Mit 139,2 hat der EWK-Volkszorn-Index gleich bei der ersten Erhebung einen Wert erreicht, der eine sehr hohe Unzufriedenheit mit den aktuellen Zuständen im Lande und dazu eine ausgesprochen negative Erwartung für die Entwicklung der nächsten 12 Monate zum Ausdruck bringt.
Die Idee, überhaupt den Volkszorn abzufragen, ihn messbar und analysierbar zu machen, ist zwar aus dem unguten Gefühl heraus entstanden, dass wir bereits weit mehr sozialen Sprengstoff angehäuft haben, als dem Frieden im Lande dienlich ist, doch dass die Stimmung so katastrophal und die Hoffnung auf Besserung so weit geschwunden ist, war eigentlich nicht erwartet worden.
Insgesamt haben die Befragten damit geäußert:
36 bis 50 Jahre
In dieser Altersgruppe liegt der Volkszorn-Index bei 138,5, also noch knapp unter dem Gesamtwert. Interessant hier: Die aktuelle Lage wird etwas schlechter angesehen, der Veränderungsbedarf gegenüber dem Durchschnitt um 0,6% größer gewertet, aber die etwas günstigere Zukunftserwartung (2%) führt zu dem insgesamt etwas besseren Indexwert.
50 Jahre und älter
Der Volkszorn-Index der über 50-jährigen erreicht den Wert von 140,5. Die Lageeinschätzung liegt ziemlich genau im Mittel der Befragten, doch die Zunkunftserwartungen sind in dieser Altersgruppe besonders schlecht. Überwiegend wird davon ausgegangen, dass es nicht nur noch schlechter wird, sondern sogar noch viel schlechter als heute schon.
Die Zusatzfrage
Ausgelöst durch das Gären in der SPD wollten wir wissen, wer für die SPD als Kanzlerkandidat am besten geeignet wäre. Die Auswahlantworten waren etwas tendenziös formuliert, was dann aber angekreuzt wurde, doch sehr aufschlussreich:
85,6 % können sich weder Kurt Beck, noch Frank Walter Steinmeier, noch Andrea Nahles als Kanzlerkandidat(in) der SPD vorstellen.
Sie wünschen sich ein "Ganz neues Gesicht" 7,2 % votieren immerhin für den Parteivorsitzenden
Kurt Beck1,6 % weil er integriert 5,6 % weil der Rest schlechter ist 0,0 % weil er führt 4,8 % wünschen sich
Andrea Nahles3,2 % weil es die SPD ist 1,6 % weil sie's drauf hat 0,0 % weil sie Frau ist 2,4 % möchten Frank Walter Steinmeier
als Kanzlerkandidaten sehen0,8 % weil er bekannt ist 0,8 % weil er beliebter ist 0,8 % weil er keine Ruhe gibt
Volkszorn-Index - anonyme Befragung
Die permanent laufende, anonyme Online-Umfrage zum Volkszorn-Index erbrachte einen Wert von 141,9.
Die IST-Situation wurde dabei sogar geringfügig günstiger bewertet als von den Teilnehmern der qualifizierten Umfrage, die Zukunftserwartung fiel dagegen deutlich schlechter aus (7%).
Daten zur Struktur der Befragten:
Jährliches Haushalts-Netto-Einkommen 41 % niedrig (bis ca. 15.000 Euro) 42 % durchschnittlich (ab 15.000 bis ca. 40.000 Euro) 17 % überdurchschnittlich (über 40.000 Euro)
Nähe zu politischen Parteien 47 % Keine Affinität zu einer Partei 31% die LINKE
8 % andere Partei, eher links
4 % ÖDP
3 % SPD
1 % Grüne3 % NPD
2 % andere Partei, eher rechts
1 % CDU/CSU
Wertebasis
Am 18. Juli 2008, 18.00 Uhr wurde die am 14.07. gestartete Erfassung der Einzeldaten zum EWK-Volkszornindex Juli 2008 abgeschlossen. In diesem Zeitraum wurden aus dem Kreis der bis dahin 169 registrierten Teilnehmer 125 gültige, vollständige und doublettenfreie Antworten abgegeben.
An der anonymen Online-Umfrage beteiligten sich im Erfassungszeitraum Juli 465 Personen.
persönliche Anmerkung
Die Ursachen für den hier gemessenen und sichtbar gemachten Volkszorn sind vielgestaltig. Seit etlichen Jahren versuche ich, über meine Veröffentlichungen im Internet darauf aufmerksam zu machen und Wege aufzuzeigen, die Spannungen aufzulösen. Meine Grundüberzeugung lautet: Wir müssen es schaffen, eine Mehrheit der Demokraten zu organisieren, die in der Lage ist, sich ihren Staat als ihren "Servicebetrieb" zum allgemeinen Nutzen zu organisieren.Mit meinem kleinen Verlag versuche ich zudem, Bücher möglich zu machen, die von großen, konventionellen Verlagen nie und nimmer ins Programm aufgenommen würden. Sei es, weil es schlicht einfacher und erfolgversprechender ist, statt neuen originellen Manuskripten eine Chance zu geben, doch lieber ein Buch aufzulegen, für das ein Prominenter aus Sport, Unterhaltung oder Politik seinen Namen hergegeben hat - sei es, weil die Inhalte einfach nicht zu den Vorstellungswelten der Verleger und ihrer Geldgeber passen wollen.
Ein solches Buch ist z.B. "Im Dschungel der Maßnahmen" von Isabel Horstmann. Es ist nicht nur für Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger lesenswert, die kennen die dort beschriebenen Techniken und Taktiken der Arbeitsverwaltung zumindest ausschnittsweise aus eigenem Erleben. Es ist ein Buch für alle Menschen, die sich verantwortungsbewusst in die Debatte um den Kahlschlag unserer Sozialsysteme und den mit der Brechstange von oben gewaltsam geschaffenen und ausgeweiteten Niedriglohnsektor auseinandersetzen wollen.
Ich will nicht aufdringlich werden - aber ich möchte Sie anregen, einfach einmal ein wenig auf den Seiten des EWK-Verlags zu stöbern. Und wenn Sie ein Buch finden, das Ihnen gefällt, dann freut mich das.
Mit besten Grüßen
Egon W. Kreutzer
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